In weißen Jacken streifen sie mit Bauchläden durch die Bahnen und haben ein Lächeln für jeden Fahrgast parat: Die mobilen Catering-Teams von RMV und DB versorgen Menschen in den S-Bahnen während der Tunnelsperrung mit Kaffee und Nervennahrung. Wir sind mit ihnen auf Tour gegangen.

Die Zeit drängt. “Noch sechs Minuten bis Abfahrt!”, ruft Finn durch die S1 seinen Teamkollegen zu. “Alles klar”, kommt es von Samuel zurück, ehe er sich mit einem Lächeln dem nächsten Fahrgast zuwendet. “Möchten Sie vielleicht einen Kaffee?”, fragt er, und greift in seinen Trolley. Mit einem Espresso weniger im Gepäck rollt er weiter und verschenkt neben Kaffee auch Wasser und O-Saft. Seine drei Kolleginnen Laura W., Laura V. und Pauline folgen dem Getränkewagen mit ihren Bauchläden. Darin: Schoko- und Müsliriegel, aber auch Fahrpläne mit allen Infos rund um die Tunnelsperrung. “Die meisten Leute greifen zu”, sagt Laura W., während sie ihren Bauchladen ordnet. “Morgens geht vor allem der Kaffee gut, am Nachmittag eher die Süßigkeiten.”

Kaffee und Nervennahrung ab 5 Uhr morgens

Seit 5 Uhr morgens ist sie mit ihren Kollegen auf den Beinen, um den Fahrgästen während der Tunnelsperrung den Tag  ein wenig zu versüßen. Kurz verschnaufen sie um die Mittagszeit, ehe sie zum Feierabendverkehr wieder aufbrechen. Wie viele dutzend Wagen Laura W. bis Schichtende um 19 Uhr durchlaufen hat – keine Ahnung. Durch ihre Hände wandern jedenfalls kiloweise Pick-Ups, Balistos und Cornys. “Wir haben von jedem Produkt 18.000 Stück geordert”, sagt Marcus Strassfeld, der als Marketingreferent der S-Bahn RheinMain das Projekt betreut. Wenn man die Feiertage rausrechnet, macht das 1800 Riegel am Tag – pro Sorte. Und die brauchen die Caterer auch: Nur eine Stunde nach Schichtbeginn sind die zwei Trolleys und drei Bauchläden des Teams am Hauptbahnhof leer. Nachschub gibt es aus einem in der Nähe geparkten Kühlsprinter.

Service kommt gut an

Bei den Fahrgästen kommt der Service gut an.”Das ist ja nett”, bedankt sich eine telefonierende Frau bei Samuel für den Kaffee und erzählt gleich ihrem Gesprächspartner davon. “Mir wäre es lieber, wenn die Bahnen fahren würden”, sagt eine junge Frau mit Kopfhörern. “Der Kaffee ist aber trotzdem toll.” “Die Aktion ist super”, sagt auch Francesco Cagnes, der vom Flughafen nach Frankfurt-Griesheim unterwegs ist. Er sei von der Sperrung zwar nicht allzu sehr betroffen, der Schokoriegel in seiner Hand freut ihn aber trotzdem.

“Die meisten Menschen sind positiv überrascht”, bestätigt Samuel die Eindrücke, während er seinen Trolley neu belädt. “Spätestens wenn klar ist, dass wir die Sachen verschenken, greifen sie zu – und fragen manchmal sogar, ob sie noch einen zweiten oder dritten Riegel haben dürfen.” Bis zum Ende der Tunnelsperrung wird er außer an Ostern jeden Tag in einem der acht Catering-Teams mitlaufen. Wo er genau unterwegs ist, ändert sich jeden Tag – schließlich sollen die Snacks eine Überraschung bleiben.