500.000 Fahrgäste schleust die S-Bahn jeden Tag durch den Frankfurter Tunnel. Damit alle auch während der Tunnelsperrung gut von A nach B kommen, haben wir für jede Himmelsrichtung die besten Tipps für eine zügige Reise gesammelt.

Nordlichter

Wer aus Nord- und Mittelhessen nach Frankfurt fährt, kann den Regionalverkehr bis Frankfurt Hauptbahnhof nutzen. Dort ist dann ein dichtes Netz an Ersatzverbindungen gespannt. Fahrgäste der S6 können auch schon in Eschersheim umsteigen und dort von der Haltestelle „Weißer Stein“ die U1, U2, U3 oder U8 nehmen, die sie in elf Minuten zur Hauptwache bringen.

Pendler aus dem Osten

Quer durch die Stadt zum Frankfurter Hauptbahnhof fährt es sich von Hanau und dem Offenbacher Hauptbahnhof aus am besten mit den Zügen des Regionalverkehrs. Ab Hanau kann man dann sogar noch schneller als sonst am Frankfurter Hauptbahnhof sein: Wer ein RMV-Ticket für diese Verbindung hat, kann für die Dauer der Tunnelsperrung mit seiner Fahrkarte auch ICs und ICEs auf dieser Strecke ohne Aufpreis nutzen.

Ab Offenbach Ost ist die S1 noch eine Alternative, die über Frankfurt Süd umgeleitet wird. Viele Verbindungen fahren bis zum Frankfurter Hauptbahnhof, einige enden jedoch auch in Frankfurt Süd – welche genau, zeigt der Fahrplan vor Ort oder die Verbindungsauskunft. Achtung: In dieser Fahrtrichtung der S1 entfällt der Halt am Offenbacher Hauptbahnhof, weil die Bahn sonst den Takt des Regional- und Fernverkehrs durcheinanderbringen würde. Eine Direktverbindung zum Frankfurter Flughafen Terminal 1 gibt es außerdem jede halbe Stunde mit einem Ersatzbus ab Offenbach Ost.

Wer von Offenbach direkt in die Innenstadt will, kann von 5 bis 22 Uhr mit der S2 oder S9 bis nach Frankfurt-Mühlberg fahren und umsteigen. Profitipp: Statt sich dort in die meist sehr vollen Straßenbahnlinie 16 zu quetschen, ist der Ersatzbus nach Frankfurt Süd oft die bessere Wahl. Von dort fahren die U1, U2, U3 und U8 zur Hauptwache, wo man unter anderem zur Konstablerwache umsteigen kann. Von 22 bis 5 Uhr wird parallel zur Tunnelsperrung ein Gleis erneuert, sodass die Station Mühlberg in dieser Zeit von der S2 und S9 nicht bedient wird. Stattdessen fährt der Ersatzbus nach Frankfurt Süd in diesen Stunden bereits ab Offenbach-Kaiserlei.

Von Süden aus

Aus Richtung Darmstadt ist der Frankfurter Hauptbahnhof am einfachsten mit dem Regionalverkehr erreichbar, für die S3 und S4 endet die Fahrt während der Tunnelsperrung nämlich in Frankfurt Süd.  Von dort aus geht es mit dem Regionalverkehr wie auch der S1 zum Hauptbahnhof weiter. Zur Hauptwache geht es ab Frankfurt Süd am besten mit den U-Bahnen U1, U2, U3 und U8, von wo aus die Konstablerwache und die Taunusanlage nur noch einen Umstieg und einen kurzen Fußweg entfernt sind.

In Richtung Offenbach fährt von 5 bis 22 Uhr ein Ersatzbus bis Frankfurt-Mühlberg, zwischen 22 und 5 Uhr verkehrt der Bus zwischen Frankfurt Süd und Offenbach-Kaiserlei. Von Mühlberg wie auch von Kaiserlei aus fahren zu den jeweiligen Zeiten die S2 und S9 weiter Richtung Dietzenbach und Hanau. Wer direkt nach Offenbach Ost will, kann auch ab Frankfurt Süd die S1 nehmen: Sie fährt  in dieser Fahrtrichtung über den Offenbacher Hauptbahnhof  bis nach Offenbach Ost.

Startpunkt West

Fahrgäste aus Mainz, Wiesbaden und dem Rheingau können bis zum Frankfurter Hauptbahnhof wie gewohnt ihre Regional- und S-Bahnverbindungen nutzen. Ab dem Hauptbahnhof gilt dann auch für sie der Ersatzverkehr der Innenstadtpendler.

Innenstadtpendler

Innerhalb Frankfurts werden U-Bahnen, Trams und Busse schnell zum besten Freund des findigen Ersatzverkehrnutzers: Mit ihnen sind ab dem Frankfurter Hauptbahnhof nach wie vor die Konstablerwache, die Taunusanlage, die Ostendstraße, sowie Frankfurt Süd ohne Umstieg erreichbar. Für die Konstablerwache steigt man entweder in die U4 oder U5, zur Taunusanlage fährt die Buslinie 64 von der Südseite des Bahnhofs, zur Ostendstraße bringt einen die Tram 11 Richtung Fechenheim und der Südbahnhof ist mit Regionalbahnen, der S1 und der Straßenbahnlinie 16 Richtung Offenbach gleich mehrfach angebunden.

Ein wenig länger dauert es zur Hauptwache und zum Lokalbahnhof: Pendler zur Hauptwache nehmen am besten die U4 oder U5 zum Willy-Brandt-Platz und steigen dort um in die U1, U2, U3 oder U8. Zum Lokalbahnhof fährt die Tram 16 in Richtung Offenbach in 15 Minuten, die Chancen auf einen Sitzplatz sind allerdings größer, wenn man mit der S1 oder dem Regionalverkehr nach Frankfurt Süd fährt und dort in die Tram 14 Richtung Bornheim oder den Ersatzbus umsteigt, der tagsüber bis nach Frankfurt-Mühlberg fährt und von 22 bis 5 Uhr nach Offenbach-Kaiserlei.

Auf kurzen Strecken hat es sich zudem bewährt, selbst in die Pedale zu treten: In Frankfurt stehen 2700 und in Offenbach 80 Leihfahrräder von Call a Bike zur Verfügung, die an 313 Stationen (davon 13 in Offenbach) gemietet und wieder abgegeben werden können. Während der Tunnelsperrung sind die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenfrei. Außerdem entfällt für Neukunden die Jahresgebühr in Höhe von drei Euro, wenn man sich unter www.callabike.de/anmeldung/tunnelsperrung im Basistarif anmeldet.

Passgenaue Fahrtinfos

Kein Tipp für Sie dabei? Dann schauen Sie in der Verbindungsauskunft nach Ihrer Fahrt. Wenn Sie häufiger auf einer Strecke unterwegs sind, empfiehlt sich nicht nur während der Tunnelsperrung der „persönliche Fahrplan“ der Deutschen Bahn, wo man genau angeben kann, an welchem Tag man welche Strecke mit welchen Verkehrsmitteln fährt. Der „persönliche Fahrplan“ listet dann alle Fahrtmöglichkeiten in dem gewählten Zeitraum auf.